PHRE Festival

31.7.–22.8.26

13.8.2619:00

Mary Ocher + Ivo Dimchev

20:00 Outdoor

Mary Ocher

Berlin / Russland / Israel – Mary Ocher kehrt mit ihrem neuen Klavieralbum „Weimar“ – ihrem bisher intimsten Werk – nach München zurück. Das Album greift Einflüsse des Minimalismus des frühen 20. Jahrhunderts, des Chamber Pop und der modernen Klassik auf, bleibt dabei aber unverkennbar Ocher – nachdenklich und von emotionaler Tiefe geprägt. Der Titel „Weimar“ spielt auf die heutige Zeit an und erinnert an den Untergang der Weimarer Republik vor einem Jahrhundert und den Schatten des Faschismus, der in dessen Folge aufstieg. Als Tochter jüdisch-ukrainischer Eltern in Moskau geboren und in Tel Aviv aufgewachsen, lernte sie schon in jungen Jahren, dass das Hinterfragen von Autoritäten ein Mittel zum Überleben war – und dass dies einen hohen Preis hatte. Mit 20, nachdem sie den Wehrdienst verweigert hatte, ging sie nach Berlin, wo sie zu einer zentralen Figur der Underground-Szene wurde, bekannt für ihre kompromisslose Politik und ihre kritischen Texte über Nationalismus und Krieg, geprägt von ihrer Erziehung.

21:15 Outdoor

Ivo Dimchev

Bulgaria – Ivo Dimchev präsentiert ein Live-Konzert mit Liedern, die im Laufe seiner bisherigen Karriere entstanden sind. Enorme Musikalität und bemerkenswerte stimmliche Begabung waren stets charakteristische Merkmale all seiner legendären zeitgenössischen Tanztheaterproduktionen und Solokonzerte. Der als respektloser und provokanter Performancekünstler bekannte, chamäleonartige queere bulgarische Choreograf, Performer und Aktivist hat sich in letzter Zeit dem Universum des Klangs zugewandt. Die musikalische Forschung bildet nun den Kern seiner Arbeit, mit Texten, die eine dunkle Poesie um den Zuhörer weben. Sein Stil ist gleichermaßen sinnlich und süß, launisch und elegant. Mit einer Bühnenpräsenz, die zwischen Rockstar und „Primadonna“ oszilliert, reißt Dimchev dir das Herz heraus und leckt es, bevor er dich auf die Tanzfläche des Clubs führt. Als wahrer Meister der Performance wird Dimchevs emotionale Stimme selbst die kältesten Wesen bewegen. Seine Stimme bleibt irgendwie immer in einem poetischen Grenzbereich, einer perfekten Balance aus Melodien und Rhythmen. Der in Bulgarien geborene Künstler verwandelt seine Stimme in einen unerschöpflichen Resonanzkörper, mal bluesig, mal romantisch, mal melancholisch, mal techno, aber immer kraftvoll.